Seit der Antike versuchen Künstler mit ihren Werken die Sinne der Betrachter zu täuschen. Mittels der Illusionsmalerei werden Raumgrenzen überschritten, Scheinwelten erschaffen und das Vertrauen in die eigene Wahrnehmungsfähigkeit erschüttert! Eindrucksvoll überwölbt eine riesige Kuppel die Vierung von Sant`Ignazio in Rom, entpuppt sich jedoch bei genauer Betrachtung als bemalte Leinwand. An anderem Ort wird ein gemalter Früchtekorb zum Gesicht und ein Meer von Blüten formt sich zum Porträt. In einer weiteren Szenerie findet sich ein nächtlicher Ort unter taghellem Himmel wieder, so dass alles in einem anderen Licht erscheint.
Wo befindet sich die Grenze zwischen Realität und Fiktion? Ab wann erliegen wir einer Illusion und inwieweit können wir unseren Sinnen trauen? In diesem Seminar widmen wir uns Künstlern, die versuchen, den Betrachter ihrer Werke auf unterschiedlichste Weise in die Irre zu führen. Unter anderem wenden wir uns der Scheinarchitektur von M. C. Escher und Andrea Pozzo, den Umkehrbildern Arcimboldos sowie den verrätselnden Werken Magrittes und anderer Surrealisten zu. Gemeinsam beschäftigen wir uns mit dem Verhältnis von Wahrnehmung und Wahrheit, Fiktion und Wirklichkeit und finden heraus, wie leicht sich unser eigenes Auge von der Kunst täuschen lässt - oder auch nicht...
Kunstgeschichtliche Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Ein Imbiss wird die Atmosphäre und unser Gespräch beleben (in der Kursgebühr enthalten).



